Guck mal, ich bin ein Kamel! Yoga mit Kids

Guck mal, ich bin ein Kamel! Yoga mit Kids

Ich habe nie darüber nachgedacht, mit Kindern Yoga zu üben, bis mich eine Achtjährige darum bat. Ich war zugegebenermaßen überrascht. Wollte sich eine gut gelaunte, wilde Zweitkläßlerin wirklich mit mir auf die Yogamatte begeben um Atemübungen zu absolvieren? Je mehr ich darüber nachdachte, desto logischer schien mir der Gedanke, dass Kinder genauso von Yoga profitieren wie Erwachsene. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nun selbst Mutter bin und ja schließlich auch mit meiner Tochter ins Mama-Baby-Yoga gehe. So lange ihr gerade kein Pups quersteckt, habe ich das Gefühl, dass sie die Stunden genießt. Sie ist an den anderen teilnehmenden Babys beispielsweise deutlich mehr interessiert als an denen in unserer „Mutter-Baby-Gruppe“, in der es deutlich lauter zugeht als in der entspannten, warmen Atmosphäre des Yogastudios.

Auch Kinder kennen Stress 

Auch Achtjährige können unter Stress leiden. Ich vermute, dass wir das in unserer schnelllebigen Zeit zum Teil gar nicht wahrnehmen, weil wir uns schon daran gewöhnt haben, das Stress – vor allem Freizeitstress – zu unserem Leben gehört. Mit unseren Babys gehen wir zum Englischkurs, zum Schwimmkurs und zum Pekip, Vierjährige gehen nach dem Kindergarten ins Ballett, zum Tennis und zum Ponyreiten. Das mag vielleicht super-viel Spaß sein, aber Stress kann ja auch manchmal Spaß machen. Viele meiner Bekannten haben das Gefühl, ihre Kinder müssten nach der Schule täglich ein ausgefülltes Programm an Aktivitäten haben, einfach mal simples „Zuhausesein“ scheint etwas Ödes zu sein, so wie auch unser Leben nach außen hin total spannend, aufregend und natürlich stressvoll sein muss, damit wir mitreden können und nicht für die Außenwelt zu unwichtig erscheinen. Ich kenne Kinder, die so superschlau sind, dass sie gegen ihren Willen extra-komplizierte Instrumente spielen lernen sollen – ohne dass diese Kinder selbst Lust dazu haben. Ich bin kein Erziehungsexperte und vielleicht hat all das seine Berechtigung. Was ich nur damit sagen will: Ist es ein Wunder, wenn Kinder Yoga brauchen?

Stretching tut Kindern genauso gut wie Erwachsenen

Abgesehen davon, dass die Atemübungen und die Asanas auch auf Kinder eine beruhigende Wirkung haben, darf der Effekt von Stretching nicht unterschätzt werden. Kinder wirken in unseren Augen immer total flexibel, das heißt aber nicht, dass sie keine übersäuerte oder verhärtete Muskulatur haben können. Im Fall meiner achtjährigen Freundin war das genauso. Der Physiotherapeut hatte festgestellt, dass die rechte Körperseite der kleinen Sportskanone deutlich steifer war als die linke. Auch das ist nicht ungewöhnlich.

Das Video nie dem Yogalehrer vorziehen

Die Asanas, also die verschiedenen Übungen, sind der kindlichen Wahrnehmung eigentlich sehr nah: Schließlich sind die Namen der Bewegungen aus der Natur abgeschaut: Der Frosch, die Kuh, die saure Katze, der Gorilla oder das Kamel – Kinder können die Namen der einzelnen Übungen oftmals viel besser nachvollziehen wie Erwachsene, weil sie die Phantasie dazu haben. Im Gegensatz zu Erwachsenen finden die Kinder die Namen auch nicht bescheuert sondern höchstens lustig. Grundsätzlich gilt: Alle Kinder können Yoga machen. Wer in ärztlicher oder therapeutischer Behandlung ist, sollte das allerdings vorher mit seinem behandelnden Arzt/Therapeuten abklären. Fast in jeder Stadt gibt es heute Yoga für Kinder. In einen Erwachsenenkurs sollte man seine Kinder nicht schicken. Und auch Yoga nach Anleitung eines Videos halte ich für nicht sinnvoll. Yogalehrer haben ihre Berechtigung. Es ist wichtig, dass Haltungen korrigiert werden können und auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingegangen werden kann. Und wie bereits erwähnt: Auch Babys können schon Yoga machen. Ein bisschen Gymnastik ist in jedem Alter gut!

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