Vegan? Oder einfach nur gesund und lecker?

Ich finde, jeder Mensch sollte selbst entscheiden, was er essen darf oder wie er sich ernähren möchte. Ich finde nicht, dass jeder auf Fleisch oder Fisch verzichten muss. Was für den einen oder die eine gut ist, muss nicht für den anderen oder die andere gut sein. Für mich persönlich macht die vegane Ernährung am meisten Sinn. Nicht nur aus moralischen Gründen und schon gar nicht, weil ich Yogalehrerin bin.

Aber mehr oder weniger zufällig, oder weil mein Mann eine Milcheiweißunverträglichkeit hat und auf alle Milchprodukte, Eier und Hühnerfleisch verzichten muss, haben wir angefangen, vegan zu kochen. Zuerst vegan mit Fleisch. Das Verrückte war, dass mir die vegane Mayonnaise, die mein Mann machte oder die veganen Kuchenteige und Pancakes, die ich ausprobierte, viel besser schmeckten als alles, was ich vorher gegessen hatte. Also begann ich, mich mehr mit der veganen Küche zu beschäftigen. Ich entdeckte, wie gut es schmeckte, wenn man Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse verarbeitete und trank meinen Kaffee mit Sojamilch. Ich weiß nicht, warum ich mich auf einmal besser fühlte.

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Mein Körper fühlte sich besser. Und das führte automatisch dazu, dass ich mich besser fühlte. Ich hatte natürlich auch begonnen, zu hinterfragen, was ich esse, Fertigprodukte zu meiden, keinen industriellen Zucker mehr zu verwenden, sondern stattdessen Süßungsmittel wie Ahornsirup oder Agavendicksaft und wenn ich einkaufen ging, schaute ich mir genau an, was ich da so kaufen wollte und wie viele E-Stabilisatoren und künstliche Aromastoffe enthalten waren. Vielleicht liegt es auch an den fehlenden E-Stabilisatoren in meinem Ernährungsplan, dass ich mich besser fühle. Das ist möglich. Vielleicht hat es nichts mit vegan zu tun. Ich kann ja nichts dergleichen wissenschaftlich belegen. Ich weiss nicht mal, ob meinem Körper etwas fehlt – abgesehen von Vitamin B 12, welches tatsächlich fehlt, wenn man sich vegan ernährt. Ich habe es mir in der Apotheke gekauft.

Ich glaube, dass jeder Mensch anders is(s)t.

Was mir guttut, muss nicht jedem anderen auch guttun. Aber eines ist mir aufgefallen. Wenn ich erzähle, dass ich vegan esse, dass wir selbst backen und auf industriellen Zucker weitgehend verzichten, bemitleiden mich viele. „Ach, genießt du überhaupt noch das Leben?“ Wenn ich diesen Leuten erzählen würde, dass ich täglich bei McDonalds Mittag esse, würde niemand diese Frage stellen. Und das finde ich verwunderlich. Gesunde Ernährung – nennen wir sie mal so – scheint irgendwie etwas negativ Behaftetes zu sein. Dass ich im Gegenteil mein Leben mehr denn je genieße, dass mir, was wir kochen besonders gut schmeckt und ich ein echtes Schlemmermäulchen beim Essen bin, darauf kommt irgendwie niemand. Das kann sich niemand vorstellen, nur weil ich keine Milch mehr im Kaffee mag. Und das möchte ich hinterfragen.

Ein Bewusstsein dafür schaffen, dass gesunde Ernährung durchaus Spaß machen kann und sehr gut schmeckt, ist ein Ziel meines Blogs. Immer mal wieder gibt es darum hier Anregungen und leckere Rezeptideen.